EBS Universität für Wirtschaft und Recht

EBS Immobilienkongress 2010

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11. EBS Immobilienkongress „Underdog oder Hidden Champion? Immobilienwirtschaft zwischen Anspruch und Realität“

Am 26. Februar 2010 fand zum 11. Mal der Immobilienkongress an der EBS Universität statt. Mit rund 600 Teilnehmern hat sich die jährlich wiederkehrende Veranstaltung als eine der zentralen Konferenzen innerhalb der deutschen Immobilienbranche etabliert und bietet allen Interessierten dieses Wirtschaftszweiges eine einzigartige Plattform zum Gedankenaustausch und Networking.

Nach einem ersten Vortrag von Dr. Wolf Schumacher, CEO der Aareal Bank AG, zum Thema „Die Rolle der Immobilienfinanzierung für die Immobilienwirtschaft – Strategien von Immobilienbanken in Zeiten der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise“ wurde der Aareal Award of Excellence in Real Estate Research 2010 zum dritten Mal vergeben. Insgesamt wurden in diesem Jahr über 40 Fachbeiträge eingereicht. Mehr als die Hälfte der Bewerbungen kam dabei aus dem Ausland, sowohl aus Asien und Nordamerika, als auch aus den europäischen Nachbarländern. Den Preis in der Kategorie "Dissertation" nahm Paavo Monkkonen, USA, für seine Arbeit „The Housing Transition in Mexico: Local Impacts of National Policy“ entgegen. In der Kategorie "Bachelor-/Master-/Diplom-Arbeiten" ging der Preis an Oliver Lehmann, Deutschland, für die Ausarbeitung zu „Renditeprognosen für indirekte Immobilieninvestments – Ein Ansatz für offene Immobilienfonds“. Den Preis der dritten Kategorie "Research Papers" erhielt Thies Lindenthal, Niederlande, für seine Arbeit zu „Demographics, Human Capital and the Demand for Housing“.

Auf dem Hauptkongress wurde die Bedeutung der Immobilienwirtschaft in Deutschland diskutiert. Das Podium zum Thema „Underdog oder Hidden Champion? Deutsche Immobilienwirtschaft zwischen Anspruch und Realität“ wurde von Steffen Uttich, Redakteur der F.A.Z., moderiert. Ausgangspunkt der Diskussion war ein Impulsreferat von Dr. Tobias Just, Leiter der Branchen- und Immobilienmarktanalyse bei der Deutsche Bank Research, der betonte, dass die Relevanz der deutschen Immobilienwirtschaft dagegen spricht, dass die Branche im Verborgenen liegt. Mehr Transparenz, die Quantifizierung von Sachverhalten und Organisiertheit sind jedoch notwendig, um die Möglichkeiten des „stillen Riesen“ in Zukunft vollständig auszuschöpfen.

Das Thema des zweiten Podiums lautete „Megatrends in der Immobilienwirtschaft – welche Gesetzmäßigkeiten gelten 2025?“. Achim Feige, Future Consultant des Zukunftsinstituts, stellte verschiedene Thesen zu möglichen zukünftigen Entwicklungen auf, u.a. dass nun die nächste Stufe nach der Globalisierung eintreten werde: die „Globalität“. Eine interessante Debatte unter den Teilnehmern der Runde folgte: Eines der kontroversen Disskussionsthemen war die Vorteilhaftigkeit nachhaltiger Immobilien. Nach Meinung einiger Teilnehmer seien nachhaltige Immobilien gegenwärtig noch nicht attraktiv, da Investoren nicht bereit sind die Mehrkosten beim Ankauf aufzuwenden. Jedoch muss die Entwicklung nachhaltiger Konzepte in Zukunft bezahlbar werden, um eine Marktdurchdringung zu erreichen - konventionelle Gebäude würden somit vom Markt abgestraft werden.

Auf der Paneldiskussion "Immobilien AGs versus Analysten", moderiert von Miriam Beul, Journalistin des Handelsblatts, wurde das Spannungsfeld zwischen Analysten bzw. Investoren, die Immobilien AGs bewerten, und den Immobiliengesellschaften deutlich: ein klassisches Problemfeld an der Schnittstelle zwischen dem sehr transparenten Kapitalmarkt und dem Immobilienmarkt, der deutlich weniger Transparenz aufweist und von sehr unterschiedlichen Geschäftsmodellen geprägt ist. Eine Standardisierung von Kennzahlen, wie dem FFO (Funds from Operations), ist zwingend notwendig für die Branche. Gleichzeitig zeigen Initiativen wie der DVFA-Transparenzindex aber auch, dass die Transparenz des Reportings innerhalb der Immobilienwirtschaft in den vergangen Jahren stetig zugenommen hat. Im Panel zum Thema "Generationen im Dialog: Seniors meet Young Leaders" betonten die Nachwuchskräfte, dass für Young Professionals vor allem Soft-Faktoren entscheidend seien, z.B. wie interessant der Job sei, wie das Arbeitsumfeld gestaltet ist und wo die Perspektiven liegen. Désirée Springmann, Young Professional bei Ernst & Young, verwies darauf, dass man sich als Neueinsteiger die Möglichkeit wünscht, sein erworbenes Wissen in die Praxis umzusetzen. Hierfür sei besonders der Kontakt zur Führungsebene notwendig. Marcus Lemli, International Director bei Jones Lang LaSalle, erwähnte, dass in den Unternehmen allgemein eine hohe Eigenverantwortung der Mitarbeiter gefordert wird, welche durch hohe Soft und Hard Skills ergänzt werden muss.

Im Panel „Verbände: Wer repräsentiert die Immobilienwirtschaft?“, moderiert von Paul Feldhoff, Bundesvorsitzender des Juniorenkreises des CDU Wirtschaftsrates, wurde deutlich, dass die zahlreichen Verbände und Interessensorganisationen, die sich in den letzten 20 Jahren entwickelt haben, gemeinsame Themen identifizieren sollten. Die Heterogenität der Verbandslandschaft könne schnell zu negativen Außenwirkungen führen und damit die gemeinsame Interessensartikulation erschweren.

In seinem Vortrag sprach Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank, über die „Immobilien in der Finanzmarktkrise – Treiber oder Getriebener?“ und betonte, dass Immobilien und Grundstücke einen wesentlichen Bestandteil des Volksvermögens darstellen und somit die Immobilienindustrie einer der größten und bedeutendsten Wirtschaftssektoren in unserem Land sein muss. Frank Dopheide, Chairman bei der Grey Worldwide GmbH, hielt einen Vortrag zum Thema „Wie Immobilien Werte schaffen: Können Räume das Denken verändern?“. Darin machte er deutlich, dass Unternehmensimmobilien als Teil der Markenstrategie verstanden werden müssen. Nur bei entsprechender Atmosphäre und Architektur können Immobilien einen positiven Effekt auf die Markenbildung und gleichzeitig auch auf die Produktivität der Mitarbeiter haben.

Der Keynote Speaker, Professor Dr. Heiner Flassbeck, Chefökonom der UNCTAD, setzte sich in seiner Rede mit der aktuellen Problematik „Warum scheitert die Wirtschaftspolitik in der Finanzkrise?" auseinander. Dabei legte er dar, dass die Politik noch Monate nach dem Beginn der Krise keine alternativen Lösungen in den zentralen Fragen der Wirtschaft und deren Steuerung bietet.

Parallel zur Veranstaltung fand Deutschlands große Karrieremesse für die Immobilienwirtschaft statt und bot 15 Unternehmen und über 100 nationalen und internationalen Studenten sowie Young Professionals die Chance, sich kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.