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Liebe Freunde des REMI Network der EBS Business School,

Dezember 2011

gerne informieren wir Sie heute über Aktuelles zur Immobilienwirtschaftslehre an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht.

Produktinnovation: EBS Universität entwickelt neue Master-Familie für Executives im Immobilienbereich

Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden baut nach mehrjähriger Entwicklungszeit ihr Angebot im Immobilienbereich für Executives weiter aus: der Senat der Universität optierte in einer Grundsatzentscheidung für die Einführung einer neuen Masterfamilie für Executives im Immobilienbereich ab Herbst 2012.

Nach mehrjähriger Entwicklungszeit erweitert die EBS ihre bestehenden erfolgreichen immobilienwirtschaftlichen Konzepte der Managerweiterbildung: Ab Herbst 2012 können Führungskräfte der Immobilien- und Finanz­industrie sowie der Wohnungswirtschaft sich erstmals für die neue Masterfamilie für Executives einschreiben. Alumni können Vorleistungen aus dem Zertifikatsbereich anerkennen lassen und so Synergien aus den bereits geleisteten Studiengängen an der EBS Executive Education heben. Beide neuen Studiengänge schließen mit dem Master of Arts ab und sind in 2012 für eine Akkreditierung durch die deutsche FIBAA vorgesehen. Die wissenschaftliche Leitung beider Programme liegt beim EBS Real Estate Management Institute (EBS REMI) unter der Leitung von Prof. Dr. Nico B. Rottke.

Executive Master in Real Estate

Der neue berufsbegleitende Executive Master in Real Estate vermittelt als Studium Generale der Immobilienwirtschaftslehre Fach-, Führungs- und Methodenwissen.

Als Zielgruppe gelten Führungs- und Führungsnachwuchskräfte mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung. Das auf fünf Semester ausgelegte berufsbegleitende Studium vermittelt in den ersten drei Semestern vor allem Fachwissen und Wissen im Bereich des Relationship-Management, im vierten Semester folgt ein Modul zum Thema Führungswissen mit Themen wie Nachhaltige Unternehmensführung, Change Management, Turnaround Management, Komplexitäts­management, Sustainable Reporting oder Corporate Governance, im finalen Semester erlernen die Studierenden wichtige Methodenkenntnisse, die sodann in der anstehenden Master-Thesis anhand eines Themas aus dem Bereich „International Real Estate“ umgesetzt werden.

Das 90 ECTS und elf Module umfassende Studium kann flexibel durch das Akkumulieren von ECTS-Punkten belegt werden. Vorleistungen aus dem Kontaktstudium Immobilienökonomie der EBS und anderer immobilienwirtschaftlicher Hochschulen können in Höhe von maximal drei Semestern anerkannt werden.

Master in Real Estate Investment & Finance

Der neue ebenfalls berufsbegleitende Master in Real Estate Investment & Finance (60 ECTS, sieben Module) vermittelt im ersten Semester Kenntnisse im Bereich der Immobilientransaktion mit Fokus auf Immobilieninvestition und -finanzierung. Im zweiten Semester können sodann Wahlpflichtfächer belegt werden wie beispielsweise Fachgebiete wie „Nachhaltige Immobilien-Projektentwicklung“, „“Wohnimmobilien-Management“, „Real Estate Asset- und Risikomanagement“, „Immobilienwirtschaftsrecht“ oder „Immobilien Management“. Nach erfolgreichem Abschluss beider Semester findet – analog zum Executive Master – eine Methodenschulung im dritten Semester statt sowie das Verfassen einer Master-Thesis, hier zum Thema Real Estate Investment & Finance. Das Gesamtprogramm hat eine Länge von 1 ¾ Jahre und kann ebenfalls flexibel und auf Wunsch mit Pausen zwischen den einzelnen Stufen belegt werden. Es werden zwei Jahre Berufserfahrung vorausgesetzt, das Programm richtet sich an immobilienwirtschaftliche Spezialisten und Fachkräfte mit dem Fokus auf Immobilieninvestition und -finanzierung. Auch hier können Vorleistungen aus dem Bereich Immobilieninvestition und -finanzierung vom entsprechenden Zertifikatsstudium der EBS oder anderer Hochschulen als Substitut für die ersten beiden Semester anerkannt werden.

Flexible Master-Familie mit Synergieeffekten

Der akademische Direktor, Professor Rottke, freut sich auf die neue Studiengangsfamilie im Immobilienbereich: „Mit der immobilienbezogenen Master-Familie gehen wir in der quartären Bildung von Managern der Immobilienindustrie in Deutschland neue Wege und setzen die neuen Möglichkeiten um, mit denen das deutsche Bildungssystem auf den demografischen Wandel reagiert hat.

Wir bieten ‚Internationalität vor Ort‘ ohne hohe Transaktions- und Opportunitätskosten und integrieren das über 20 Jahre alte erfolgreich erprobte Bildungsmodell der deutschen Immobilienwirtschaft mit seinen Kontakt- und Intensivstudiengängen in den universitären Betrieb. Eine zeitlich flexible Belegung der verschiedenen Studienstufen sowie vergleichsweise überschaubare Mehrkosten stellen in der immobilien­wirtschaftlichen Bildungslandschaft ein kompetitives Gesamtpaket dar.

Zudem kann zwischen einem Studium Generale der Immobilienwirtschaft und einer transaktionsbasierter Spezialisierung mit weiteren Optionen im Wahlpflichtbereich gewählt werden. Die Synergien zwischen den modularisierten Studiengängen und die Vermittlung von Fach-, Führungs- und Methodenwissen stellen für Führungs-, Führungsnachwuchs- und Fachkräfte eine ganz neue Option dar: kein Executive muss mangels Angebot mehr den Weg in das europäische Ausland, in die Niederlande oder nach Großbritannien suchen – die besten Köpfe können sich nun vor Ort dem lebenslangen Lernen widmen. Abschlüsse aus dem Zertifikatsbereich der EBS oder anderer Hochschulen können in Einzelfallprüfung anerkannt werden; die Mindeststudiendauer im Immobilienbereich der EBS muss zur Erlangung des jeweiligen Titels mindestens 50 Prozent betragen.“

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EBS REMI gründet Competence Center für Immobilienwirtschaftsrecht mit NOERR Forschungsstelle für Immobilien- und Kapitalmarktrecht

Das Real Estate Management Institute (REMI) der EBS Universität Wiesbaden baut seinen Forschungs- und Lehrbetrieb mit dem neu gegründeten „Competence Center für Immobilienwirtschaftsrecht“ weiter aus.

Daraus geht der neue einsemestrige Studiengang „Immobilienwirtschaftsrecht“ hervor, der am 21. Juni 2012 seinen Lehrbetrieb aufnehmen wird.

Teil des neuen Competence Centers Immobilienwirtschaftsrecht ist eine erste Forschungsstelle, die von der internationalen Rechtsanwaltskanzlei NOERR LLP gestiftet wird. Die „NOERR Forschungsstelle für Immobilien- und Kapitalmarktrecht“ am Competence Center Immobilienwirtschaftsrecht wird derzeit ausgeschrieben. Erste Forschungsergebnisse fließen in ein im Sommer 2012 erscheinendes Lehrwerk der Professoren und Dozenten Dr. Nico Rottke, Dr. Karl Hamberger und Dr. Alexander Goepfert ein.

Die EBS sieht großen Bedarf für das Competence Center, denn die immobilienwirtschaftliche Managementperspektive wird in immer stärkerem Maße durch die interdisziplinäre Verknüpfung mit der Immobilienökonomie und dem Immobilienrecht für alle zivil- wie öffentlich-rechtlichen Belange in der Immobilienwirtschaft geprägt. Insbesondere im immobilienwirtschaftlichen Transaktionsmanagement sowie der Projektentwicklung ist eine umfassende Expertise im Immobilienwirtschafts- und Steuerrecht gefragt. Eine gesonderte wissenschaftliche Betrachtung steht hier noch in hohem Maße aus. Aus diesem Grund richtet das EBS Real Estate Management Institute ein thematisch spezialisiertes Competence Center für Immobilienwirtschaftsrecht am EBS Real Estate Management Institute ein. Das Competence Center wird eine Reihe von Forschungsstellen beherbergen, von denen die erste Stelle für „Immobilien- und Kaptalmarktrecht“ nun durch NOERR LLP eingerichtet wurde.

Die Gesamtleitung des Competence Centers für Immobilienwirtschaftsrecht übernehmen Professor Dr. Karl Hamberger, Professor für Immobiliensteuern an der EBS, und Dr. Alexander Goepfert, Partner der internationalen Kanzlei Noerr LLP, der seit Institutsgründung das EBS REMI maßgeblich in der immobilienrechtlichen Ausrichtung unterstützt.

Professor Dr. Karl Hamberger, Partner, Ernst & Young, betreut am EBS REMI ebenfalls seit Jahren als Honorarprofessor die immobiliensteuerrechtlichen Themen.

Als assoziierter Referent deckt Noerr-Partner Dr. Alexander Goepfert in der universitären Ausbildung den gesamten Bereich des Immobilienrechts im Bachelor- und Master-Programm ab. In der REMI-Executive Education ist Dr. Goepfert bereits mit der wissenschaftlichen Studienleitung des Intensivstudiums Immobilienwirtschaftsrecht mit Abschluss „Rechtsökonom Immobilien“ – zusammen mit dem Kollegen Hamberger –  betraut.

Aus Sicht von Dr. Alexander Goepfert wird damit ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des EBS Real Estate Management Institutes erreicht: „Ich freue mich sehr, dass Noerr und ich persönlich die herausragende Arbeit des EBS Real Estate Management Institutes im Bereich der Immobilienforschung und –lehre unterstützen dürfen. Die NOERR Forschungsstelle für Immobilien- und Kapitalmarktrecht bietet zudem erstmals eine wissenschaftliche Plattform, die der immer engeren Verzahnung von Immobilienwirtschaft und Kapitalmarkt Rechnung trägt.“

Umfassende Ergebnisse für Forschung, Lehre, Weiterbildung erwartet

Die Ziele des neu gegründeten Competence Center für Immobilienwirtschaftsrecht mit der „NOERR Forschungsstelle für Immobilien- und Kapitalmarktrecht“ wirken sich auf alle Bereiche - Forschung, Lehre und Weiterbildung des EBS Real Estate Management Institutes - aus. Die auf mindestens drei Jahre angesetzte NOERR Forschungsstelle beinhaltet zudem die Möglichkeit zur interdisziplinären Promotion mit immobilienrechtlichem Schwerpunkt.

So werden in der Ausbildung die rechtlichen und steuerrechtlichen Fragestellungen der immobilienwirtschaftlichen Module in den Bachelor- und Masterprogrammen zukünftig ausnahmslos von EBS Professoren und Dozenten gelehrt werden. Die berufsbegleitende Weiterbildung des EBS Real Estate Management Institute wird ab Juni 2012 um den einsemestrigen Studiengang „Immobilienwirtschaftsrecht“ erweitert. Die wissenschaftliche Leitung übernehmen hier ebenfalls Professor Dr. Karl Hamberger sowie Dr. Alexander Goepfert. Erfolgreiche Teilnehmer schließen mit dem Universitätszertifikat „Rechtsökonom Immobilien (EBS)“ ab.

Geballtes Wissen: Lehrwerk „Immobilienwirtschaftslehre Band III: Recht“

Die ersten Forschungsergebnisse des Bereichs Immobilienwirtschaftsrechts werden in einem für Sommer 2012 geplanten Lehrwerk, dem „Immobilienwirtschaftslehre Band III: Recht“, des Herausgebertrios Professor Rottke, Dr. Goepfert und Professor Hamberger nachzulesen sein. Das Lehrwerk ist einer von drei Bänden eines gesamten Kompendiums der Immobilienwirtschaftslehre, bestehend aus Ökonomie, Management und Recht und spiegelt die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Wirtschafts- und den Rechtswissenschaften wider.

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Wohneigentum, Stimmung institutioneller Anleger und Nachhaltigkeit im Fokus: Verena Bentzien, Anna Mathieu und Alexander Reichardt legten Doktorarbeiten vor

Am 18. November 2011 wurden Verena Bentzien, Anna Mathieu und Alexander Reichardt von den Professoren Dr. Nico B. Rottke und Dr. Joachim Zietz an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht promoviert. Damit erhöhte sich die Zahl der Doktoranden, die am EBS REMI seit Gründung ihre Doktorwürde entgegennehmen konnten, auf zehn, die Hälfte von ihnen ist bisher weiblich.

Alle drei Dissertationen werden in Kürze beim Immobilien Manager Verlag veröffentlich werden.

Das EBS Real Estate Management Institute gratuliert zur erfolgreichen Promotion!

 

Dr. Verena Bentzien: Wie erschwinglich ist Wohneigentum in Deutschland?

Dr. Verena Bentzien promovierte am EBS REMI zum Thema „Erschwinglichkeit von Wohneigentum in Deutschland“.

Die Erschwinglichkeit von Wohneigentum wird in den sogenannten „homeowner societies“ wie den USA, Großbritannien und Australien seit mehr als 30 Jahren wissenschaftlich erforscht. Vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise hat dieses Thema über die letzten Jahre auch international an Bedeutung gewonnen. In Deutschland jedoch sind wohnimmobilienmarktbezogenene Themen vergleichsweise wenig erforscht – so auch die Determinanten und Auswirkungen der Erschwinglichkeit von Wohneigentum.

Obwohl die deutschen Haushalte eine im europäischen Vergleich hohe Kostenbelastung tragen, bleiben Wohnwünsche vielfach unerfüllt. Umfragen seit dem Zweiten Weltkrieg ergeben, dass die Mehrheit der Deutschen gerne im Wohneigentum leben würde. Die deutsche Eigentumsquote liegt jedoch bei unter 50 Prozent. Untersuchungen zeigen, dass gerade seit der Abschaffung der Eigenheimzulage zum Ende des Jahres 2005 finanziellen Restriktionen beim Erwerb von Wohneigentum ein immer höherer stellenwert zukommt.

Mit Hilfe von im internationalen Umfeld lange etablierten Erschwinglichkeitsindikatoren kann diese Entwicklung auch in Deutschland kontinuierlich und zeitnah verfolgt werden. Frau Bentzien entwickelte solche Indikatoren und untersuchte ihre Bedeutung für die Wohneigentumsbildung in Deutschland, unter besonderer Berücksichtigung objektspezifischer und lokaler wertbeeinflussender Faktoren.

Die Arbeit von Dr. Verena Bentzien stellt einen echten Meilenstein in der deutschen Wohnimmobilienforschung dar, wie es im abschließenden Gutachten heißt. Die Analyse der Autorin besticht durch eine sehr arbeitsintensive Aufarbeitung des bisherigen Standes der Forschung sowie der empirischen Nutzung eines umfangreichen Datensatzes, der – neben öffentlich zugänglichen Daten – ebenfalls die Datenmaterial des Unternehmens ImmobilienScout24 umfasst.

Gemessen am Volksvermögen ist die Wohnungswirtschaft in Deutschland mit über vier Billionen Euro (zirka 45 Prozent) mit Abstand größter Zweig der Immobilienindustrie, noch vor Nicht-Wohnbauten und Bauland. Umso verwunderlicher ist es, dass diesem Gebiet in der deutschen Forschung bisher kaum Raum gewidmet wurde, vor allem nicht in Bezug auf empirische Forschung. Kaum hat bisher ein deutscher Autor zur internationalen Forschung mit einem Artikel in einem der international bekannten Housing-Journals beigetragen.

Im internationalen Umfeld wird eine weitere Wohneigentumsverbreitung vor dem Hintergrund der ersten Wirtschafts- und Finanzkrise zwar bisweilen kontrovers diskutiert, nichtsdestotrotz werden ihr eine Vielzahl von positiven gesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Effekten zugeschrieben. Fraglich ist, wie die Erschwinglichkeit von Wohneigentum in Zeiten überschuldeter Haushalte, ohne die staatliche Mittelbereitstellung in Milliardenhöhe, die ehemals unter der Eigenheimzulage gewährt wurden, nachhaltig verbessert werden kann - sofern dies hierzulande weiterhin politisch gewünscht ist.

Ein Auszug aus der Dissertation von Frau Dr. Bentzien wird unter dem Titel „Affordability and Germany’s low Homeownership Rate“ im „International Journal of Housing Markets and Analysis” veröffentlicht werden und in diesem Kontext einen Beitrag leisten.

 

Dr. Anna Mathieu: Welchen Einfluss hat die Stimmung institutioneller Anleger in der Immobilienwirtschaft?

In ihrer Dissertation beschäftigte sich Dr. Anna Mathieu an der EBS Universität mit dem Thema „Essays on the Impact of Sentiment on Real Estate Investments”.

Die gegenwärtigen Turbulenzen in der Europäischen Union machten deutlich, welch starken Einfluss Stimmungen auf die Aktienmärkte als auch auf die Immobilienmärkte haben: Die Reaktion der Marktteilnehmer lässt sich einerseits mit wirtschaftlichen Fundamentalfaktoren und andererseits mit der Effizienzmarkttheorie begründen.

Frau Mathieu wählte für ihre Dissertation ein zugleich aktuelles wie brisantes Forschungsthema und setzte dies in Bezug zur Immobilienwirtschaft. Sie ging insbesondere auf US Real Estate Investment Trusts (REITs) und die US amerikanischen Wohnungswirtschaft ein.

Zu Beginn bietet die Forschungsarbeit eine Bestandsaufnahme der Stimmung unter den REIT-Investoren, vorwiegend auf dem US-amerikanischen Markt. Der Fokus der Arbeit liegt in der Analyse der Auswirkungen der Anlegerstimmungen und deren Einfluss auf die Volatilität und die Renditen. Hierzu betrachtete die Verfasserin die Gesamtrenditen der US Equity REITs und setzte GARCH-Modelle mit und ohne Stimmungsfaktor ein. Sie kommt zu dem Schluss, das REIT-Renditen und ihre Veränderungen (die Renditevolatilität) sich selbst beeinflussen. Nur zu Zeiten eines  „bearish sentiment“ wiesen die Modelle einen wesentlich stärkeren Einfluss auf die Renditen nach.

Auf diesen Erkenntnissen aufbauen widmet sich Frau Mathieu der Anlegerstimmung und den Renditeveränderungen von REITs, aber auch von Nicht-REITs, während der Finanzmarktkrise. Verglichen werden unterschiedliche Anlageklassen in einem instabilen Marktumfeld, um auch herauszufinden, wann institutionelle Anleger eventuell an den Markt wieder zurückkehren.

Die Ergebnisse der Dissertation werden vor allem dem Immobilien-Portfoliomanagement zu Gute kommen.

 

Dr. Alexander Reichardt: Raum für Nachhaltigkeit schaffen

Ebenfalls im November 2011 schloss Dr. Alexander Reichardt seine Dissertation mit dem Titel „Sustainability in Commercial Real Estate Markets“ an der EBS ab. Er widmete sich nachhaltig zertifizierten Bürogebäuden in den Vereinigten Staaten.

Das übergreifende Thema Nachhaltigkeit ist aus der Immobilienwirtschaft nicht mehr wegzudenken: weder aus der gewerblichen Immobilienindustrie noch aus dem wohnungswirtschaftlichen Bereich. Nachhaltigkeit ist längst kein Modewort mehr. Vor allem international tätige Unternehmen sind gezwungen, ihre Grundsätze und Leitbilder hinsichtlich der Nachhaltigkeit zu überdenken und anzupassen. Nachhaltige Aspekte in die Unternehmensführung zu integrieren braucht Raum sowie Manpower, aber auch notwendige Investitionen in die entsprechenden Gebäude.

Nachhaltigkeit wirkt sich generell positiv auf den Wert einer Immobilie aus. Im Forschungspapier „Sustainable Building Certification and the Rent Premium“, welches den ersten Teil der Dissertation darstellt, ging Alexander Reichardt der Frage nach, ob für nachhaltige, zertifizierte Bürogebäude auf dem US amerikanischen Markt ein Mietpremium gezahlt wird? Wenn ja, wie hat sich dieses über die Zeit entwickelt? Zur Untersuchung wurden ein „Difference-in-Differences“ und ein „Fixed-Effects“-Ansatz verwendet. Der Vorteil dieser Methoden im Gegensatz zu den bestehenden Studien liegt darin, dass für alle möglichen Gebäudeeigenschaften kontrolliert werden kann. Der zugrunde liegende Datensatz umfasst 7.140 Bürogebäude, darunter 1.768 zertifizierte und 5.372 nicht-zertifizierte Gebäude, die sich in den zehn größten Büromärkten der USA befinden.

Die Ergebnisse der „Difference-in-Differences“-Modelle zeigen ein signifikantes Mietpremium für Gebäude mit Energy Star-Zertifizierung von 2004 bis 2007. Die Ergebnisse der „Fixed-Effects“-Modelle zeigen ein durchschnittliches Mietpremium von 2,5 Prozent für den Energy Star und 2,9 Prozent für die LEED-Zertifizierung. Im Einklang mit Angebot und Nachfrage für nachhaltige Bürogebäude entstand das Mietpremium für Energy Star erst 2006. Bis 2008 stieg es stetig bis auf 7 Prozent an, sank jedoch im Zuge der Wirtschaftskrise auf zirka 4 Prozent Ende 2009. Die Ergebnisse der Forschung zeigen weiterhin, dass Energy Star den Vermietungsstand der Immobilien positiv beeinflusst.

Es wird oft argumentiert, dass die höheren Mieten in nachhaltigen Gebäuden lediglich die niedrigeren Betriebskosten in diesen Gebäuden widerspiegeln. Jedoch zahlen Mieter möglicherweise auch einen Mietaufschlag für andere Vorteile, die sie aus der Anmietung von nachhaltigen Gebäuden erhalten. Aus diesem Grund wird im zweiten Teil der Dissertation untersucht, woraus sich das Mietpremium von nachhaltigen Gebäuden zusammensetzt. Für LEED-zertifizierte Gebäude zeigen die Ergebnisse, dass nur rund die Hälfte des Mietpremiums durch niedrigere Betriebskosten erklärt werden kann. Die andere Hälfte des Mietpremiums ist demnach auf Reputationsgewinne und erhöhte Mitarbeiterproduktivität zurückzuführen.

Unternehmen haben unterschiedliche Motivationen, nachhaltige Bürofläche anzumieten. Diese hängen in erheblichem Maße von den Vorteilen ab,  die sie von der Anmietung nachhaltiger Flächen haben. So wird im dritten Teil der Dissertation untersucht, welche Unternehmen bei der Anmietung von Bürofläche eine Präferenz für nachhaltige Immobilien haben. Die Analyse von rund 240.000 Mietern in 6 Märkten in den USA zeigt, dass vor allem Anwaltskanzleien, Finanzinstitute, Versicherungen und der Staat nachhaltige Immobilien gegenüber herkömmlichen Immobilien präferieren.

Mit der Dissertation „Sustainability in Commercial Real Estate Markets“ legte der Verfasser eine bemerkenswerte Zusammenfassung dreier empirischer Studien über Nachhaltigkeit von Gewerbeimmobilien vor, heißt es im Gutachten. Mit den Ergebnissen leistet er einen großartigen, wissenschaftlichen Beitrag zur Nachhaltigkeitsforschung. Die Dissertation basiert auf hochmodernen statistischen Methoden und einzigartigen Datensätze, deren Aufbereitung erhebliche Anstrengungen bereitete, die in der heutigen Forschung so noch nicht unternommen wurden.

Ein Forschungspapier der Dissertation von Alexander Reichardt - Sustainable Building Certification and the Rent Premium: A Panel Data Approach wurde bereits im „Journal of Real Estate Research“ veröffentlicht und kann hier heruntergeladen werden.

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